Exkursion des Instituts für Europäisches Recht zum EuGH

Im Rahmen der traditionellen Sommer-Exkursion des LL.M.-Studiengangs „Deutsches Recht und Europäische Rechtsvergleichung“ unternahmen die Studierenden des Masterstudiengangs sowie Erasmus-Studenten der Fakultät am 06. Juni 2023 eine Exkursion zum Gerichtshof der Europäischen Union (EuGH) unter der Leitung von Frau Prof. Dr. Dr. h.c. Chiusi und einigen Mitarbeitern ihres Lehrstuhls (Gerrit Hüls und John Schreyer).

Nach der Begrüßung am EuGH durch Frau Generalanwältin Prof. Dr. Dres. h.c. Juliane Kokott, LL. M. (American University) besuchten die Studierenden das imposante Gebäude des EuGH, während Prof. Chiusi und Prof. Kokott in einem privaten Gespräch Themen zum europäischen Recht erörterten. Anschließend wohnte die Exkursion der mündlichen Verhandlung im „Grande Salle“ zur Rechtssache C-2/23, FL und KM-Baugesellschaft et S bei. In diesem Vorabentscheidungsverfahren ging es um die Frage, ob wettbewerbsrechtliche Kronzeugenerklärungen aus einem österreichischen Kartellverfahren in einem strafrechtlichen Verfahren der Staatsanwaltschaft Wien (Österreich) für weitere Ermittlungen verwendet werden dürfen. Zudem wurde gefragt, in welchem Umfang Einsichtsrechte von anderen Beteiligten des Strafverfahrens mit der unionsrechtlich normierten Vertraulichkeit des Inhaltes der Kronzeugenerklärung vereinbar sind.

Im Anschluss an die mündliche Verhandlung nahmen Prof. Dr. Dr. h.c. Chiusi, ihre Mitarbeiter und die Studierenden im „Salle Visiteurs“ an einem Mittagessen auf Einladung von Frau Dr. Gabriele Steinfatt, Richterin am Europäischen Gericht (EuG) und langjährige Mitarbeiterin am Lehrstuhl von Prof. Chiusi, teil. Dabei beantwortete die Gastgeberin diverse Fragen der Studierenden unter anderem zu ihrer Tätigkeit als Richterin und den Verfahrensregeln des EuG.

Die Rückfahrt führte die Exkursion zunächst zur Römischen Villa Nennig. Dort erläuterte Prof. Chiusi den Studierenden anhand des anschaulichen Beispiels den Einfluss des Römischen Reiches auf die Region an Saar und Mosel. Abgerundet wurde die Exkursion mit einem Ausflug nach Perl.

Gastvortrag von Prof. Xesús Pérez López

Herr Professor Xesús Pérez López von der Universidad Rey Juan Carlos (Madrid) wird heute Abend im Rahmen meines Seminars im römischen Recht „Servus publicus: Die öffentlichen Sklaven als Träger der staatlichen Verwaltung im alten Rom“ einen Vortrag halten mit dem Titel „Pompeiani in der Rede für Sulla von Cicero“.

Aufenthalt an der Zentraluniversität von Mittelchina (Wuhan)

Im Rahmen der langjährigen Kooperation des Instituts für Europäisches Recht mit der juristischen Fakultät der ZUEL (Zentraluniversität von Mittelchina) war Frau Prof. Dr. Dr. h.c. Chiusi vom 10.-19.04.2024 in Wuhan.

Zweck des Besuchs war, die Programme zwischen IER und ZUEL zu erweitern sowie Vorlesungen für Doktoranden und Masterstudierende abzuhalten. So wurde Prof. Chiusi angeboten, eine WENLAN-Chair-Professur zu übernehmen und jährlich nach China zu reisen. Es wurde auch vereinbart, dass die Studierenden der ZUEL ein Jahr des dreijährigen, für den Abschluss des Studiums in China notwendigen Masters in Saarbrücken verbringen können. Die ZUEL-Studierenden werden in diesem Jahr den LLM-Studiengang „Deutsches Recht und Europäische Rechtsvergleichung“ des IER absolvieren.

Schließlich sind die Vorlesungen zu erwähnen, die Prof. Chiusi in Wuhan hielt. Sie sprach über die Gewaltenteilung als Fundament des Rechtsstaates vor dem Hintergrund der Organisationsstruktur der Europäischen Union. Im Bereich des deutschen Zivilrechts sprach sie über das Eigentumsrechts als Grundrecht und über die Testierfreiheit. Schließlich war Gegenstand der letzten Vorlesung die Verankerung der europäischen Rechtsordnung im Römischen Recht sowie im Allgemeinen das Verhältnis der Idee von Europa mit der klassischen Antike und dem Christentum.

Besuch der Karls-Universität in Prag

Vom 18.-21.03.2024 besuchte Frau Prof. Dr. Dr. h.c. Chiusi die Karls-Universität in Prag. Zweck des Aufenthalts, der im Rahmen der DAAD Ostpartnerschaften stattfand, war es, wissenschaftliche Kooperationsprojekte mit Kollegen der Karls-Universität zu initiieren.

Prof. Dr. Dr. h.c. Chiusi sprach mit der Verantwortlichen für LLM-Projekte der juristischen Fakultät der Karls-Universität, Frau Prof. Dr. Koldinská, sowie mit Herrn Dr. Kohout, welcher für das Erasmus-Programm der Karls-Universität verantwortlich ist, über die Möglichkeit einer verstärkten Teilnahme tschechischer Studenten an den LLM- und Erasmus-Programmen der juristischen Fakultät der Universität des Saarlandes.

Darüber hinaus fanden fruchtbare Gespräche mit Prof. Dr. Tomášek, Inhaber des Lehrstuhls für Europarecht, und den anderen Kollegen des Instituts sowie mit Prof. Dr. Elišer, Ordinarius für Zivilrecht, statt. Schließlich fand ein vertiefter wissenschaftlicher Austausch mit den Kollegen des Instituts für Römisches Recht Prof. Dr. Skřejpek, Dr. Jan Šejdl, Dr. Marek Novák und Václav Dvorský statt.

Als Ergebnis des Besuches wurde nicht nur eine verstärkte allgemeine wissenschaftliche Kooperation vereinbart, sondern auch die Organisation einer Tagung mit dem Titel „Der Begriff des Besitzes in dem neuen tschechischen Zivilgesetzbuch: Zivilistische, romanistische und rechtsvergleichende Betrachtungen“ beschlossen. Die Tagung soll nächstes Jahr in Saarbrücken stattfinden und in der Veröffentlichung der gehaltenen Redebeiträge münden.